Aufgepasst Minijobber

Arbeitsvertrag

Die Thematik der Mini-Jobs ist keine Neuheit mehr: 2012 gab es knapp 7Millionen gewerbliche Minijobber in Deutschland und wie die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, ist das Interesse an dieser Art des Zusatzverdientes sehr groß. Dennoch gibt es viele rechtliche Aspekte, die sich noch nicht unter allen Arbeitgebern etabliert haben. Darunter liegen z.B. die Frage nach der Bezahlung während des Urlaubs, dem Feiertagszuschuss sowie der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Gerade weil dieses Wissen noch nicht allgemein bekannt ist, sollte jeder Minijobber über seine Rechte und Pflichten Bescheid wissen.

Wie steht es also um die oben erwähnten Begebenheiten? Und was sind die Pflichten eines Minijobbers?

Rechte

Für geringfügig Beschäftigte gelten die gleichen Rechte und Pflichten wie für andere Arbeitnehmer, sie sind gleichgestellt. Die unterschiedliche Bezahlung spielt dabei keine Rolle.

Um sich in diesem Fall absichern zu können, sollte bei Arbeitsbeginn auf jeden Fall auf einen schriftlichen Arbeitsvertrag, in dem diese Punkte abgedeckt werden müssen, bestanden werden. Ist dies nicht der Fall gewesen, kann solch ein Vertrag auch im Nachhinein beansprucht werden; wichtig ist die Thematisierung beim Arbeitgeber und die schriftliche Fixierung des Ergebnisses in einem Arbeitsvertrag. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Minijobber das erhält, was ihm zusteht. Denn gerade im Bereich der Zweitjobs wird häufig eine Abstufung vorgenommen, die nicht gerechtfertigt ist. Vor allem in der Gastronomie, der Sektor, der saisonal die meisten Minijobber beschäftigt, kommt es vermehrt zur Missachtung der Arbeitnehmerrechte; ob bewusst oder unbewusst sei einmal dahingestellt. Um dem entgegenzuwirken, ist der Arbeitsvertrag eine gute Option.

Pflichten

Ebenso wichtig ist es, dass der Arbeitnehmer seinen Pflichten nachkommt. Diese haben sich durch die Neuregelung der Minijobs seit dem 01.01.2013 in folgenden Bereichen geändert:

Die Verdiensthöchstgrenze ist von 400€ auf 450€ erhöht worden. Das bedeutet, dass jeder Minijob der ab dem 01.01.2013 wahrgenommen wird, mit einer Rentenversicherungspflicht verbunden ist. Es ist seit 2013 also verpflichtend, in die Rentenversicherung einzuzahlen. Dabei handelt es sich um folgende Aufteilung: Arbeitgeber übernehmen 15% und Arbeitnehmer 3,9% . Bei einem Einkommen von 450€ liegt der Versicherungsbeitrag dementsprechend bei 17,55€ für den Arbeitnehmer. Dieser Betrag kann auch freiwillig erhöht oder durch einen Befreiungsantrag  eingestellt werden. Der Mindestbeitrag liegt bei 6,83€ (es wird von einem Mindesteinkommen von 175€ pro Monat ausgegangen. Liegt das Einkommen darunter, gilt trotzdem der Betrag von 6,83€ pro Monat). Jobs, die vorher aufgenommen wurden und sich NICHT in der Bezahlung ändern, sind auch weiterhin –bis voraussichtlich 2014- nicht versicherungspflichtig. Kommt es jedoch zur Erhöhung der Verdienstgrenze auf 450€ pro Monat, gilt auch für diese Jobs die neue Rentenversicherungspflicht.

Weitere Informationen zum Thema Rechte und Pflichten bei einer Teilzeitbeschäftigung finden Sie auf der Seite des TzBfG (Teilzeit- und Befristungsgesetz).