Minijobs (I): Nicht mehr 400€ sondern 450€

Nebenjobs

Von 400€ zu 450€, das klingt schon mal gut! Aber was bedeutet das konkret?

Zum 01.01.2013 erhöhte sich die Minijob-Grenze auf 450€. Was bringt dies für Veränderungen mit sich? Hat es einen Einfluss auf einen bisherigen 400€ Job? Ändert es die versicherungstechnische Situation des Minijobbers? Die wichtigsten Informationen hier im Überblick.

Das ändert sich:

Der neue Regelsatz von 450€ als Verdienstgrenze für Minijobber hat hauptsächlich Auswirkungen auf die Rentenversicherungspflicht. Bisher waren Geringfügig Beschäftigte mit einem Maximaleinkommen von 400€ nicht sozialversicherungspflichtig, dies ändert sich ab Januar 2013. Nun soll jeder Minijobber automatisch rentenversichert werden. Dabei gilt, dass die 15%, die die Arbeitgeber auch bisher für den Arbeitnehmer in seine Rentenversicherung eingezahlt hat, weiterhin gezahlt werden, der Arbeitnehmer diese aber nun mit 3,9% des Einkommens ergänzen soll. Bei einem Einkommen von 450€ sind es also 17,55€ aus eigener Tasche, die dazugezahlt werden müssen. Diese Abgaben waren bisher freiwillig und werden nun obligatorisch. Weiteres Aufstocken zum kompletten Rentenversicherungsbeitrag ist auch weiterhin möglich aber nicht verpflichtend.

Eine weitere Änderung zeigt sich in der Mindestbeitragsbemessungsgrundlage (=dem Mindestbeitrag, von welchem ausgehend der Beitrag zur Versicherung berechnet wird). Dieser liegt ab 2013 bei 175€. Das ist also das Berechnungsminimum, d.h. auch für alle Minijobber, die weniger als 175€ verdienen, gilt er als Berechnungsgrundlage.

Von der Versicherungspflicht kann man sich aber befreien lassen.  Dazu ist ein Antrag mit Befreiungswunsch und der Angabe der Rentenversicherungsnummer beim Arbeitgeber (nicht bei der Minijobzentrale) notwendig. Dieser sollte schnellstmöglich (bestenfalls vor Ende des Monats, in dem der Antrag abgegeben wird) beim Arbeitgeber eingereicht werden. Er gilt nicht rückwirkend!

Für wen gelten diese Bestimmungen?

Wer bisher einer geringfügigen Nebenbeschäftigung mit einem Maximaleinkommen von 400€ nachgegangen ist, ist ab 2013 auch bei einem Einkommen bis zu 450€ weiterhin ein Minijobber (und fällt nicht in die Kategorie der Midjobber). Die neuen Regelungen zur Rentenversicherungspflicht gelten für alle Nebenberufe mit 450€ Basis, die ab dem 1.1.2013 abgeschlossen werden, die neue Mindestbeitragsbemessungsgrundlage gilt auch für bereits bestehende Minijobverträge.

Für geringfügige Beschäftigungen, die bereits vor 2013 begonnen wurden, gibt es eine Übergangsregelung:

Sozialversicherungspflichtige Minijobber, die in 2012 zwischen 400-450€ verdient haben, sind ab 2013 zur Rentenversicherung verpflichtet, die bis 2014 eingehalten werden muss. Die Möglichkeit zur Befreiung besteht aber auch hier.



Für nicht-rentenversicherungspflichtige Nebenbeschäftigungen, bei denen Arbeitnehmer nicht krankenversichert werden (und dies häufig über einen Ehepartner oder einen Hauptberuf geregelt wird), bleiben auch im Jahr 2013 rentenversicherungsfrei.

Die Verdienstgrenzen der oben bereits erwähnten Midjobber sind dementsprechend auch angepasst worden, nun liegt jede Nebenbeschäftigung mit einem Einkommen von 450€-850€ im Bereich der Midjobs. Für diese Nebenberufe ergeben sich durch die Obergrenzenverschiebung keine Veränderungen, die Sozialversicherungspflicht gilt auch weiterhin.