Die Wiesen sind woanders grüner

Network Marketing

Ein großes Thema ist die Frage, ob der Wechsel von dem einem Strukturvertrieb zu einem anderen Unternehmen des Network Marketing unter bestimmten Umständen Sinn machen kann.

Strukturvertriebe.net ist dieser Frage auf den Grund gegangen und hat „Loyale“ und „Wechsler“ gleichermaßen zu diesem Thema befragt.

Das Ergebnis ist, für uns sehr überraschend, völlig eindeutig.

Macht ein Wechsel innerhalb des gleichen Vertrieb-Systems, evtl. sogar noch in einer ähnlichen oder identischen Produktwelt, Sinn?

Wir haben gemerkt: Entscheidend ist die Frage nach den Umständen.
So stellten wir die Frage nach den Gründen für einen Wechsel.

  1. Der Strukturhöhere, bzw. die Upline ist nicht der Richtige/ fördert mich nicht genug/ unterstützt mich nicht/ nervt einfach.
  2. Ich hatte eine Misserfolgssträhne. Die Einnahmen wurden knapp, die Ausgaben konnte ich nicht ähnlich schnell anpassen. Meine Situation ist unbefriedigend. Mitarbeiter von mir haben das Unternehmen gewechselt oder sind fluktuiert. Die schlechte Stimmung trägt sich bis in mein Privatleben. Ich habe das Selbstbewusstsein verloren, das „ich es kann“. Ich fühle mich unterbezahlt.
  3. Unzufriedenheit über mein Unternehmen bzgl. der Professionalität, Produktqualität, interne Abläufe, handelnde Personen, Umgang in Punkten wie Anerkennung der Vertriebspartner und kein offenes Ohr für Missstände und Ideen. Das Vertrauen ist nicht mehr da. Ich fühle mich ungerecht behandelt oder nicht ernst genommen.
  4. Sonstige Störfälle können vorliegen, z.B. das mein Unternehmen die Pforten schließt, sich der Markt verändert.

Diese vier Punkte sind die wesentlichen Antworten auf die Frage nach den Gründen eines Wechsels.

Strukturvertriebe.net hat handelnde Personen der Branche, bevorzugt „Branchen-Schwergewichte“ befragt, aber auch Ex-Networker, die inzwischen als Berater oder Coach in der Branche auftreten oder inzwischen etwas völlig anderes machen.

Bei allen Befragten war, nachdem das anfängliche Säbelrasseln und der Small-Talk zu einer vertrauensvollen Gesprächsatmosphäre führten, die Aussage deutlich: „Ich habe mich durch meinen Wechsel verschlechtert.“ Für uns unfassbare 100% der Befragten sagten, es wäre besser gewesen zu bleiben. Teilweise war die Reaktion sehr emotional, weil sich die Interview-Teilnehmer von ihrem ersten Abwerber, also der, der es das erste Mal geschafft hat, den Wechselnden von der bestehenden Firma weg zu rekrutieren, nach einiger Zeit völlig getäuscht fühlten.
Die Wiesen waren, nachdem die Anfangseuphorie schnell verflogen war, dann doch nicht grüner.
Fakt ist: Wechselt man ein Mal, ist der Bann gebrochen und weitere Wechsel sind die Regel. Aus manch einem ist ein richtiger Direktvertrieb-Hopper geworden um schlussendlich festzustellen, das man besser bei dem ersten Unternehmen hätte bleiben sollen.

Hat man eine Krise überstanden, sei es eine persönliche oder auch von Seiten des Unternehmens, und es läuft wieder schaut man i.d.R. dankbar zurück. Zum Glück habe ich nicht gewechselt und muss mich jetzt den vielen, traurigen Geschichten meiner Branchenkollegen anschließen. Ich bin meinen Werten treu geblieben.

Und die oben genannten Punkte lösen sich dann meistens in Luft aus. So hat man sich mit dem Strukki entweder ausgesöhnt, arrangiert oder ihn sogar überholt. Man hat sich in Verbesserungsprozessen im Unternehmen eingebracht und es sieht jetzt schon wieder viel sympathischer aus.
Meine Pechsträhne ist vorbei, die Zahlen sind wieder gut, der Erfolg und das Selbstbewusstsein sind wieder da, Anerkennung ist zurück, ich werde wieder gehört und ich stelle fest: Angst und Zweifel waren die falschen Ratgeber.
Mein fluktuierter Mitarbeiter ist wieder zurück gekommen, hat es woanders auch nicht besser hinbekommen oder dümpelt auch bei dem inzwischen dritten Unternehmen oder wo ganz anders vor sich rum. Das Wichtigste dabei: Ich habe meine Karriere und meinen Erfolg nicht von seiner Entscheidung abhängig gemacht.

Manch einer sucht den Weg aus auftretenden Problemen auch darin, das man sich ein zweites Multi Level Marketing Unternehmen sucht, praktisch ein zweites Standbein in der Branche verschafft. Auch hier sind die Konsequenzen immer schlecht. Wie es richtig heißt: Man kann nicht zwei Herren dienen.

Und ist man noch so überzeugt gewesen, das man diesen Spagat emotional bewältigt und es etwas Cleveres ist, seine Kontakte ein zweites Mal anzugehen: Auch hier spricht die Erfahrung dafür, das man sich dadurch sehr viel Emotionalität nimmt und nach ein paar Monaten oder Jahren beide Geschäfte nicht mehr am Laufen sind.

Es gibt eigentlich nur einen Grund, das Unternehmen erfolgreich zu verlassen, nämlich wenn ein Unternehmen insolvent ist, nicht mehr bezahlt oder die Entwicklung auf Grund von Produktpolitik und anderen Faktoren 100% in diese Richtung geht. Zwar zählt die alte Cowboy-Weisheit, das ein Pferd nie so tot ist, das man es nicht noch wenigstens einmal treten kann, allerdings ist selbst das in so einem Fall nicht mehr möglich.

Getreu dem Motto „Wem Du die Schuld gibst, gibst Du die Macht“ ist man auch hier verantwortlich und sollte nicht anderen die Schuld geben. Jetzt kann man sich eine neue Firma suchen, welche über viel Erfahrung verfügt und finanziell auf sicheren Beinen steht. Denn schließlich soll eine Network Marketing Unternehmen mir nicht nur in meiner Aufbauphase meine verdiente Provision ausschütten sondern viel wichtiger ist die Phase, wenn alles steht, es aufgebaut ist. Da zählt die Frage: Ist das Unternehmen solvent genug, mir über Jahre, vielleicht Jahrzehnte mein Passiveinkommen zu überweisen oder fange ich in zwei Jahren gerade wieder an, etwas Neues auf zu bauen?

Strukturvertriebe.net kann nach den vielen Gesprächen empfehlen, sich in schwierigen Zeiten bei seinem Unternehmen durch zu kämpfen. Nicht selten scheitert man an dem gleichen Punkt auch in dem nächsten Unternehmen. Auch dort sind Misserfolge, schlechte Phasen und Langeweile durch Routine vorprogrammiert.
Und zwar immer dann, wenn ich nichts ändere. Natürlich ist es eine gern-genommene Ausrede, Misserfolg auf das Partnerunternehmen zu schieben. Aber für wen mache ich das? Für mich? Um weiter in den Spiegel schauen zu können? Um vor meiner/m Partner/in gut da zu stehen?

Besser ist doch, die Verantwortung zu übernehmen, wieder richtig anzupacken und einen Neustart in meinem bestehendem Unternehmen zu wagen. Und dann, mit all meiner Erfahrung, mit meinen Zielen, mit meinem Know-how wird ganz sicher etwas daraus.

Die Wiesen sind woanders einfach nicht grüner. Sie sind nur kurz anders.