Beim Geld hört die Freundschaft auf

Beim Geld hört die Freundschaft auf

Diesen über Jahrzehnte entstanden Glaubenssatz bringt manch einen Menschen zu dem Entschluss, keine Geschäfte mit Bekannten zu machen.

Dabei ist der historische Ursprung dieses Satzes ein ganz anderer. Dieser Satz entstand aus der Not, dass sich Freunde untereinander Geld geliehen haben und der Schuldner seinen Leihbetrag nicht zum ausgemachten Zeitpunkt zurück zahlen konnte. Die Freundschaft bekommt so sicherlich einen Knacks, da jeder der drei potenziellen Ausgänge dieses Leihvorgangs schlecht endet.

Besteht Freund A auf sein Geld von Freund B und setzt es gegeben falls mit letzter Konsequenz durch, ist das Tuch zwischen den beiden zerrissen. Bleibt es ungeklärt steht auch etwas zwischen den Freunden. Erlässt Freund A Freund B die Schulden, fühlt dieser sich meist in der Ehre gekränkt und es ist anschließend ebenfalls wenig Raum für Gemeinsames. Das ist gemeint, wenn es heißt: Beim Geld hört die Freundschaft auf. Nicht Wenige verleihen daher aus Prinzip kein Geld mehr. Entweder schenken oder Nichts – das ist die Devise.

Für 85% der Deutschen hört beim Geld die Freundschaft auf

Einer Studie zufolge verleihen die Deutschen nur ungern ihr Geld. T-Online schreibt: Rund 30 Prozent der Bundesbürger würden grundsätzlich kein Geld verleihen, auch nicht an Freunde, wie aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Commerzbank-Tochter Comdirect hervorgeht. 85 Prozent stimmten demnach dem Sprichwort zu „Beim Geld hört die Freundschaft auf“. Zwei Drittel der Deutschen würden sich von ihren Freunden eine Bestätigung über den geborgten Betrag geben lassen. Nur jeder Dritte hingegen vertraue seinen Bekannten beim Thema Geld vollkommen.

60 Prozent der Befragten sind laut Studie zwar grundsätzlich bereit, Geld zu verleihen, wollen dies jedoch an Bedingungen knüpfen. So wollten 84 Prozent derer, die Freunden mit Geld aushelfen, den Verwendungszweck wissen, wie Comdirect mitteilte. Akzeptiert werden demnach das Begleichen von Arztkosten, wofür 80 Prozent Geld verleihen würden oder auch Anwaltsrechnungen (57 Prozent). Finanzielle Hilfe bei Spielschulden könnten sich hingegen nur acht Prozent vorstellen. Auch bei Urlaubsreisen (acht Prozent) oder Schönheitsoperationen (vier Prozent) sei die Hilfsbereitschaft nur gering. Für die repräsentative Studie wurden deutschlandweit 1060 Personen zwischen 18 und 65 befragt.

Männer verhalten sich in Sachen Geldverleihen prinzipiell anders als Frauen

Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der “Apotheken Umschau” verhalten sich Männer in Sachen Geldverleihen prinzipiell anders als Frauen. “Beim Geld hört die Freundschaft auf” trifft wohl eher auf den weiblichen Teil der Bevölkerung zu, denn nur 22 Prozent der Frauen erwarten, dass die beste Freundin aus finanziellen Notlagen hilft. Bei dem Thema Leihen spielen auch Autos in diesem Zusammenhang bei Männerfreundschaften eine entscheidende Rolle: Rund jeder Sechste (17,8 %) erwartet, dass der Kumpel ihm auch einmal für längere Zeit seinen Wagen leiht – bei Frauen sind das lediglich 11,3 Prozent.

Ganz anders verhält es sich bei dem Geschäftemachen unter Bekannten. Diese Art des Kaufens und Verkaufens ist bei den Deutschen außerordentlich beliebt. Dem zu Folge geben 88% der Befragten an, lieber bei einem Bekannten als bei einem Fremden ein Produkt zu beziehen.

Geschäfte unter Bekannten werden grundsätzlich als sehr positiv empfunden. Sorgen so mancher Starter eines Network-Unternehmens, was der Bekannte über einen denken könnte stellen sich mit der Zeit als unbegründet heraus. Die meisten denken sich nämlich gar nichts. Und es allen Recht zu machen wird im Leben nur dann funktionieren, wenn man auf eine einsame Insel flüchtet. Mit der Zeit baut sich ein gewisses Selbstverständnis auf. Das häufig daraus resultierende Selbstbewusstsein, sein Leben nicht mehr darauf ausrichten zu müssen, was andere über einen denken, wirkt in der Regel sehr befreiend. Und zügig stellt man fest, dass die Bekannten auch „ihr Ding“ machen, ohne einen vorher um Erlaubnis oder den Segen gefragt zu haben.

Im Allgemeinen ist es sogar die Regel, dass Geschäfte im Kontaktumfeld gemacht werden. Der Volksmund spricht von Vitamin B, dem Faktor Beziehung. Kontakte schaden dem, der keine hat. Das betrifft vor allem den B2B-Bereich, business to business. Der Unternehmer A macht lieber ein Geschäft mit dem Unternehmer B, wenn er ihn kennt und neben dem Geschäft noch weiche Faktoren wie Sympathie und der gute Ruf, der zu verlieren ist, eine Rolle spielen.

Top-25 Milliardäre der Welt

Am 10.03.2011 veröffentlichte das Magazin Forbes unter forbes.com die Liste der reichsten Männer, die Top-25 Milliardäre der Welt. Der mit 50 Mrd US-Dollar auf Platz 3 geführte Warren Buffet beschreibt in seinem Buch Buffetologie, wie er zu einem der reichsten Männer der Welt wurde. Bemerkenswert an ihm ist, dass er nie in seinem Leben etwas selbst produzieren ließ, sondern er sein ganzes Geld verdiente, in dem er ausschließlich in Unternehmen investierte. Sein Imperium entstand wie fast jedes Geschäft in seinem Bekanntenkreis. Er nannte es Investment-Partys. Während seine Frau für die Gäste leckere Suppe servierte philosophierte Warren Buffet über seine Investmentstrategien und sammelte Geld ein, um es für seine Freunde durch Investitionen in intelligente und nachhaltig gewinneinbringende Unternehmen zu vermehren. Ein gutes Geschäft für alle Beteiligten.

Die Top 25 Milliardäre 2011 weltweit nach Vermögen in Milliarden US-Dollar

Carlos Slim Helú (Mexiko) 74,00
Bill Gates (USA) 56,00
Warren Buffet (USA) 50,00
Bernard Arnault (Frankreich) 41,00
Larry Ellison (USA) 39,50
Lakshmi Mittal (Indien) 31,10
Armancio Ortega (Spanien) 31,00
Eike Batista (Brasilien) 30,00
Mukesh Ambani (Indien) 27,00
Christy Walton (USA) 26,50
Li Ka-shing (China) 26,00
Karl Albrecht (Deutschland) 25,50
Stefan Persson (Schweden) 24,50
Vladimir Lisin (Russland) 24,00
Liliane Bettencourt (Frankreich) 23,50
Sheldon Adelson (USA) 23,30
David Thomson & Familie (Kanada) 23,00
David Koch (USA) 22,00
Charles Koch (USA) 22,00
Jim Walton (USA) 21,30
Alice Walton (USA) 21,20
S. Robson Walton (USA) 21,00
Kwok Thomas & Raymond & Familie (Hong Kong) 20,00
Sergey Brin (USA) 19,80
Larry Page (USA) 19,80

Quelle: Forbes, 11.03.2011

Wissenswert

Es existieren des Weiteren Marktanalysen aus denen hervor geht, dass lediglich 4% der Menschen aus Eigeninitiative beratungsintensive Produkte kaufen und 96% einen Impuls eines Beraters benötigen.

Startet ein Mensch in einem Strukturvertrieb oder Network Marketing empfiehlt es sich zu Beginn eine Namensliste zu schreiben und dort alle potenziellen Bekannten auf zu schreiben. Jeder kennt irgendwoher 1.000 Menschen. Sei es aus seinem Lebenslauf (Kindergarten, Schule, Studium, Ausbildung), von der Arbeit, von seinen Hobbys, aus der Nachbarschaft, Freunde, entfernte Bekannte, Verwandtschaft oder sonstige Fähigkeiten oder Interessen. Alleine ein Blick in die abgespeicherten Namen in seinem Handy ergibt oft einen Namensschatz von 300 und mehr Menschen. Eine funktionierende Gedankenstütze sind darüber hinaus die Aktivitäten in den Social Networks dieser Zeit. So sind oftmals in facebook, XING, WKW, den VZ (StudiVZ, MeinVZ), stay fiends & Co. Hunderte von Freundschaften und Beziehungen eingetragen.

Alle diese Personen sind entweder potenzielle Kunden, potenzielle Geschäftspartner oder potenzielle Empfehlungsgeber. Oder alles drei auf ein Mal. Startet ein neuer Partner mit einer sorgfältig geschriebenen Liste, baut sein Umfeld während seiner Tätigkeit kontaktfreudig weiter aus und lässt sich stetig weiterempfehlen kann aus dieser Liste ein unerschöpflicher Pool an Namen entstehen.

Der „Weg der Namensliste“

Strukturvertriebe.net wurde von einer Begebenheit berichtet, bei der ein Rechtsanwalt seine erste, eigene Kanzlei eröffnet. Wie allseits bekannt, dürfen Rechtsanwälte nicht für sich werben. Will ein Rechtsanwalt eine eigene Kanzlei eröffnen, kann er sich mühsam über Jahre hinweg einen „Kundenstamm“ aufbauen oder er versucht es wie in dem uns beschriebenen Fall mit dem „Weg der Namensliste“. Er sammelte seit Oberstufenbeginn Kontakte zu anderen Abiturienten. Er suchte und pflegte Kontakt zu Studierenden anderer Fächer während seines Studiums. Darüber hinaus kümmerte er sich um seine social networks und pflegte auch diese sorgfältig. Später eröffnete er seine eigene Kanzlei und machte zu Beginn eine große Eröffnungsfeier. Er schrieb sich seine ganzen Kontakte auf einer Liste zusammen, verschickte personalisierte Einladungskarten und lud alle Bekannte zu einer Eröffnungsfeier ein. Dort wurde jeder Besucher mit Visitenkarten und der Bitte versorgt, ihn doch weiterzuempfehlen, wenn jemand einen Anwalt seines Vertrauens suchen würde.
Diese Kanzlei läuft vom ersten Tag an gut.

Ähnlich verhält es sich bei allen anderen Start-Ups. Eröffnet ein KFZ-Meister seine erste, eigene Werkstatt sind in der Regel oft die Freunde seine ersten Kunden. Natürlich finden sich in seinem Bekanntenkreis auch Menschen, die ihm den Erfolg mit seiner Werkstatt nicht gönnen, dem Großteil allerdings gefällt es, den Starter zu unterstützen und ihn sogar weiter zu empfehlen. Eine Hand wäscht die andere, das zählt dann auch hier. Stück für Stück baut sich diese KFZ-Werkstatt ihren Kundenstamm auf.

Sich zu Beginn eine Namensliste zu schreiben ist dem zu Folge eine sehr sinnvolle Gründertätigkeit eines Menschen, der sich selbständig macht oder in einem Unternehmen der Branche des Direktvertriebs starten möchte. Sich dabei vorerst nicht zu begrenzen wird allseits empfohlen. Als intelligent hat sich herausgestellt, erst mal alle Namen aufzulisten um dann gemeinsam mit dem Fachkundigen diese Namen durch zu sprechen, ob sich hinter einem Namen ein passender Kunde, ein fähiger Geschäftspartner oder ein Empfehlungsgeber verbirgt.

Eine schöne Geschichte…

In WIKIPEDIA den Satz „Beim Geld hört die Freundschaft auf“ nachgeschaut, taucht eine schöne Geschichte auf. Der Text aus dem Paderbörnischen ist in den Kinder- und Hausmärchen ab der Zweitauflage (1819) enthalten:
Ein Bauer verkauft seine Kuh für 7 Taler. Auf dem Heimweg vom Markt hört er bei einem Teich Frösche quaken, und missversteht deren „ak“ als „Acht“. Er wirft daraufhin seine Taler in den Teich um die Frösche zu belehren das es sieben waren, und nicht einer mehr. An seinem nächsten Marktbesuch will er eine Fuhre Fleisch verkaufen, doch wird er vor der Stadt von einem Rudel Hunde aufgehalten. Anhand deren Bellen („Was, was“) deutet er, das sie „was“ vom Fleisch haben wollen. Da das Alphatier dem Metzger gehört, überlässt er die Ladung den Hunden, um nach drei Tagen zum Fleischer zurückzukehren und dort sein Geld abzuholen. Da der Fleischer ihn natürlich nicht entschädigt und sogar mit dem Besenstiel hinausjagt, fühlt der Bauer sich ungerecht behandelt und geht mit seinen Klagen vor den König. Der hat zwar kein Verständnis für den Bauer, er bietet ihm aber trotzdem seine Tochter als Frau an, da die Geschichte sie zum ersten Mal in ihrem Leben zum Lachen gebracht hat. Als der Bauer ablehnt weil ihm schon eine Frau zu viel ist, wird der König wütend und verspricht dem Bauer einen anderen Lohn, nämlich dass ihm drei Tage später die fünfhundert vollgezählt werden. Vor der Tür erzählt er einer Schildwache von seinem Glück, welche ihn um einen Teil seines Gewinns bittet. Der Bauer verspricht ihr zweihundert. Ein Kaufmann hat das Gespräch mitgehört und unterbreitet ihm ein Angebot, wo er in drei Tagen die restlichen dreihundert einkassieren würde, diese aber dem Bauern in schlechten Groschen auszahlt, wo drei so viel wert sind wie zwei gute. Der Landwirt nimmt das Angebot an und erhält das Geld. Als die drei Tage vorüber sind erscheinen sie vor dem König. Es stellt sich heraus, dass es sich nicht um fünfhundert Taler sondern fünfhundert Schläge handelt, von denen sich der Bauer gerettet hat. Der König lacht über den Bauern, und da sein Zorn verflogen war, lässt er ihn sich an der Schatzkammer bedienen. Nachdem der Bauer das Geld nachzählt bereut er es, sich nicht einen festen Betrag vom König selber auszahlen zu lassen, da er dann wüsste was er hat. Er bezeichnet den Monarchen als „Spitzbuben“. Der ihm nachgeschlichene Kaufmann hörte dies, und zeigt den Bauern dafür beim König an. Beide sollen erneut vor den König treten, doch als der Kaufmann dem Bauern die Nachricht erteilt, will sich dieser erst fein machen und sich einen neuen Rock schneidern lassen. Um die Sache zu beschleunigen, leiht ihm der Kaufmann aus vorgetäuschter Freundschaft seinen eigenen. Als der Bauer vor dem König schließlich die Anklage hört, unterstellt er dem Kaufmann, es würden nur Lügen aus seinem Mund kommen. Als Beispiel nennt er den Rock, den er anhat. Als der Kaufmann die Wahrheit sagt und betont, dass er dem Bauer den Rock aus bloßer Freundschaft geliehen hat, gerät er in eine Zwickmühle, da der König erkennt, dass er auf jeden Fall mindestens eine Person betrogen hat. Daraufhin belohnt er den Bauern mit noch mehr Geld, sodass dieser mit feinem Rock und ohne finanzielle Sorgen heimgehen kann.

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