Studierende wollen jobben

jobben

An einem vorlesungsfreien Vormittag helfen sie in einem Büro bei Sekretariatsarbeiten, am Abend bedienen sie in Kneipen und in den Semesterferien wird in einer Fabrik malocht – mehr als drei von vier Studierenden gehen heute neben ihrem Studium einem Nebenjob nach.

Eine repräsentative Umfrage der Beratungsfirma univativ zeigt jetzt: Die meisten müssen nicht nur arbeiten gehen, sie wollen es auch.

Das Darmstädter Unternehmen hat mit Unterstützung der Barmer Ersatzkasse fast 1.200 Studierende von 50 deutschen Hochschulen danach befragt, wie sie sich finanzieren.

Dabei kam heraus: Obwohl eine hohe und wachsende Zahl von Studierenden – nämlich 57 Prozent – es immer schwierig findet, den Job mit den Anforderungen des Studiums zu vereinbaren, möchten die meisten nicht auf ihn verzichten. Tatsächlich ist akuter Geldbedarf nur ein und nicht mal der wichtigste Grund für einen Nebenjob. So gaben „nur“ 56 Prozent der Studierenden gab an, jobben zu gehen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. 68 Prozent hingegen begründeten ihren Nebenjob damit, praktische Erfahrung im Berufsleben sammeln zu wollen. Und jeder zweite hofft, durch den Job einmal besser in einen Beruf einsteigen zu können.

Weil es die immer dichteren Studienpläne oftmals schwierig machen, einen passenden Job zu finden, setze viele Studierende zum Jobben auf die vorlesungsfreie Zeit: Während des Semesters gehen nur 62 Prozent einem Nebenjob nach, in den Ferien sind es hingegen 77 Prozent – die Mehrheit arbeitet dann sogar mehr als 11 Stunden in der Woche. Doch trotz aller Anstrengungen in Büros, Kneipen und Fabriken – mit den Nebenjobs erwirtschaften die Studierenden lediglich knapp ein Drittel ihrer gesamten Einkünfte. Tatsächlich schaffen es nur 7 Prozent der Befragten, sich ausschließlich durch eigene Jobs zu finanzieren. Den größten Teil – 44 Prozent – zum benötigten Einkommen steuern Mama und Papa bei, hinzu kommen 17 Prozent Bafög. Bei fast allen Studierenden sorgt die Mischung von Finanzierungsquellen für das tägliche Brot. Drei von vier haben zwei Einkunftsquellen.

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